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Inkontinenz – weit verbreitet und trotzdem tabuisiert

In der Schweiz leiden über 500’000 Menschen unter Inkontinenz. Dennoch ist es kein Thema über das gerne gesprochen wird.

Der Begriff leitet sich vom lateinischen Incontinentia ab und bezeichnet das Unvermögen, etwas zurückzuhalten. Harninkontinenz (Incontinentia urinae) ist somit als ein Zustand beschrieben, bei dem Urin ungewollt abgeht.

Die Definition der International Continence Society (ICS, www.ics.org) lautet: „Harninkontinenz ist die Unfähigkeit des Körpers, Urin zu halten, ihn bewusst abzugeben und die Entleerungsfunktionen der Blase zu kontrollieren“. Dem Betroffenen ist es also nicht (immer) möglich, Zeitpunkt und Ort der Harnausscheidung selbst zu bestimmen und zu kontrollieren.

Inkontinenz ist eine von der World Health Organization (WHO) anerkannte Krankheit. Sie tritt als Folge verschiedener Grunderkrankungen auf. Somit ist sie kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom für eine zugrundeliegende Erkrankung des Harnsystems, des Nervensystems, von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Demenzerkrankungen.

Da Inkontinenz von der WHO als Krankheit anerkannt ist, fallen Diagnose, Behandlung und die Versorgung mit Inkontinenz-Hilfsmitteln in die Leistungspflicht der Schweizer Krankenkassen.

Inkontinenz als gesellschaftliches Tabu

Die Kontrolle der Ausscheidung von Harn und Stuhl ist uns nicht mit der Natur gegeben. Sie wird konditioniert. Wir erlernen es als Kinder und sind stolz, wenn es uns gelingt. Es ist ein Ereignis in der Familie. In der Gesellschaft wird es mit dem Älterwerden zu einer unausgesprochenen Bedingung.

In allen Kulturen sind Tabus bekannt und häufig dreht es sich um Bereiche der menschlichen biologischen Existenz: Tod, Krankheit, Behinderung, Menstruation oder die Ausscheidungen.

Entsprechend wird das Krankheitssymptom der Inkontinenz im gesellschaftlichen Zusammenleben gemieden. Trotz aller intensiven Aufklärungsbemühungen von Urologen, Gynäkologen, Fachverbänden und der in diesem Bereich tätigen Industrie ist es noch immer ein Tabuthema. Ist man betroffen, entwickelt sich Scham über das eigene Unvermögen, anstatt es als das wahrzunehmen, was es ist: eine Krankheit.

Was bedeutet Inkontinenz für den Betroffenen?

Eine Blasenschwäche ist keine lebensbedrohliche Erkrankung. Doch können die körperlichen und psychischen Auswirkungen die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.

Aus Schamgefühl wird die Blasenschwäche von Betroffenen nicht selten verschwiegen.

Das Unvermögen, die Blasenentleerung zu kontrollieren, wird von vielen Betroffenen als entwürdigend empfunden und verletzt das Selbstwertgefühl. Die Folge kann ein sozialer Rückzug sein und zu Isolation und Beziehungsstörungen führen.

Damit der Alltag trotz Inkontinenz leichter wird, gibt es eine grosse Auswahl an Inkontinenzprodukten, welche die Betroffenen dabei unterstützen, ein unbeschwertes Leben ohne Angst vor unangenehmen Situationen zu führen. MoliCare® bietet ein breites Sortiment an Produkten, von Slipeinlagen bis zu Pants, die diskret und zuverlässig bei Urin- und Stuhlinkontinenz schützen.

Daten und Fakten zum Vorkommen

  • Eine Inkontinenz kann sowohl die Harn- als auch die Stuhlausscheidung betreffen. Die Harninkontinenz ist die verbreiterte Form.
  • Frauen sind in der Regel öfter von Blasenschwäche betroffen als Männer. Formen unter denen Frauen insbesondere leiden sind die Stress-/Belastungsinkontinenz oder die Dranginkontinenz.
  • Männer aller Altersstufen sind hauptsächlich von der Dranginkontinenz betroffen. Bei älteren Männern ist die Form der Überlaufinkontinenz durch eine gutartige Vergrösserung der Prostata kein Einzelfall.
  • Bei Senioren über 65 Jahren gilt die Harninkontinenz als eine der häufigsten Alterserkrankungen. In dieser Altersgruppe sind Frauen und Männer gleichermassen betroffen.
  • Die starke Altersabhängigkeit erklärt die überdurchschnittlich hohen Zahlen in Senioren- und Pflegeheimen. Schätzungsweise haben 80% der Heimbewohner eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Inkontinenz.
  • Leiden Betroffene zusätzlich an einer Demenzerkrankung, steigt diese Rate auf über 90% an.
  • Durch die zunehmende Lebenserwartung ist mit weiter steigenden Erkrankungszahlen zu rechnen.

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