Im Alltag

Mit Inkontinenz sind Sie nicht allein

Auch mit Inkontinenz lässt sich ein erfülltes, aktives und glückliches Leben führen – so viel steht fest. Wie das funktioniert und worauf es ankommt, erfahren Sie hier.

von MoliCare® Redaktion

Millionen sind in Deutschland und weltweit betroffen

In Deutschland leiden mehr als neun Millionen Menschen unter Inkontinenz1, die Dunkelziffer liegt laut deutlich höher. Weltweit sind mindestens 400 Millionen Menschen betroffen.1

Doch trotz dieser Zahlen bleibt das Thema Inkontinenz ein Tabu: Treten die Symptome erstmals auf, verdrängen viele das Problem und schweigen – aus Scham oder Angst. Die Blase nicht unter Kontrolle zu haben, empfinden viele Betroffene als entwürdigend. Selbst mit einem Arzt oder eine Ärztin zu sprechen, kostet Überwindung. Dabei können gerade Angehörige und Freunde eine wichtige Stütze sein, wenn es darum geht, trotz Beeinträchtigungen das Leben weiter in vollen Zügen zu genießen.

Was versteht man unter Inkontinenz?

Als Harninkontinenz bezeichnet man jeglichen unwillkürlichen Urinverlust, ob tröpfchenweise oder in größeren Mengen.

Der Begriff "Inkontinenz" leitet sich dabei vom lateinischen Wort „incontinens“ ab und bedeutet so viel wie „nicht bei sich behaltend“. Denn die Fähigkeit, seine Blasenentleerung (Miktion) willentlich zu steuern, kann im Laufe des Lebens gestört werden und vor allem im Alter zum Problem werden. Deshalb kommt Inkontinenz vor allem bei älteren Menschen über 65 Jahren häufig vor.

Blasenschwäche, wie Inkontinenz im Volksmund auch genannt wird, kann aber bei Menschen aller Altersgruppen und jeden Geschlechts auftreten. Dabei sind Frauen häufiger von einer Harninkontinenz betroffen als Männer: Insbesondere bei der Belastungsinkontinenz, also wenn Urin bei körperlicher Belastung abgeht, sind Frauen in Deutschland davon etwa dreimal so häufig betroffen wie Männer. Auch eine Schwangerschaft kann eine vorübergehende oder längerfristige Blasenschwäche auslösen.2


Neben der Harninkontinenz gibt es auch noch die Stuhlinkontinenz, die allerdings deutlich seltener und häufig in Verbindung mit hohem Alter auftritt.

Inkontinenz – (k)ein Tabuthema

Urologen/innen, Gynäkologen/innen, Fachverbände und die in diesem Bereich tätige Industrie leisten seit Jahren intensive Aufklärungsarbeit und versuchen das mit dem Thema Inkontinenz einhergehende gesellschaftliche Tabu aufzubrechen. Doch noch immer wird die Blasenschwäche von Betroffenen aus Schamgefühl oft verschwiegen. Denn die Blasenentleerung nicht kontrollieren zu können wird von vielen Betroffenen als entwürdigend empfunden und verletzt das Selbstwertgefühl. Pflegende Angehörige und Pflegefachkräfte kennen die verschiedenen Taktiken, mit denen Inkontinenz versteckt werden soll. Die Folge kann ein sozialer Rückzug sein und zu Isolation und Beziehungsstörungen führen.

Viele Betroffene verheimlichen ihre Inkontinenz dem eigenen Partner, obwohl besonders das Sprechen darüber Erleichterung verschaffen kann. Dabei kann gerade der Austausch mit dem oder der Lebensgefährten/in helfen. Die von HARTMANN durchgeführte Inkontinenz-Studie „Breaking the Silence: A European Report“ zeigte, dass sich 62% der befragten Männer und die Hälfte der befragten Frauen nach dem Gespräch mit dem Partner mehr unterstützt fühlten.2

Wer von Inkontinenz betroffen ist oder Angehörige pflegt, sucht nach einer einfachen und sicheren Lösung, die es ermöglicht, den Alltag besser zu meistern. Produkte sollten dabei den individuellen Bedürfnissen entsprechen. Der MoliCare® Produktfinder hilft die für Sie oder Ihren Angehörigen passende Lösung zu finden.

Wie Betroffene mit Inkontinenz leben

Um die Sorgen und Bedürfnisse von Inkontinenz betroffenen Menschen noch besser zu verstehen und Lösungen zu entwickeln, hat HARTMANN die Studie „Breaking the Silence: A European Report“ durchgeführt, in der Betroffene nach ihren Erfahrungen befragt wurden. Die Zahlen sprechen für sich: Für 74% der betroffenen Deutschen wirkt sich Harninkontinenz negativ auf ihr Leben aus. 68% gaben an, dass ihr psychisches Wohlbefinden darunter leidet.2

Darüber hinaus ziehen sich Betroffene zunehmend aus dem Leben zurück. Sie treiben weniger Sport oder verzichten sogar auf Sex – dabei können gerade diese beiden Aktivitäten sehr dabei helfen, die Symptomatik zu verbessern. Wie genau, können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Ganze 59% aller Deutschen, die an Inkontinenz leiden, glauben bei Auftreten der Symptome zunächst, dass es sich um ein temporäres Problem handle. Leider ist das nur in seltenen Fällen zutreffend.2

Ein erfülltes Leben trotz Inkontinenz

Die gute Nachricht: Verschiedene Therapieverfahren und die passenden Produkte helfen den Alltag zu meistern. Das bestätigt auch die Studie: Rund 80% der Befragten in Deutschland geben an, dass sie nach einer Weile gelernt haben, mit Inkontinenz umzugehen, und dass ein erfülltes Leben auch mit Inkontinenz möglich ist.2

Sport, Sex, Sozialleben – all das ist mit Inkontinenz durchaus möglich

Werden Sie aktiv: Inkontinenz entsteht, wenn die Beckenbodenmuskulatur erschlafft. Beckenbodenübungen und bestimmte Sportarten wie Fahrradfahren, Reiten oder Pilates stärken den Beckenboden und können Inkontinenzsymptome verbessern. Bei Übergewicht kann eine Gewichtsreduktion helfen.

Holen Sie sich Unterstützung: Sprechen Sie mit Ihren Lieben, Ihrem Partner, Ihrem Arzt. Behandeln Sie Inkontinenz nicht wie ein Geheimnis, das es zu verbergen gilt. Sie werden sehen, auf wie viel Verständnis Sie stoßen, welche guten Ratschläge Sie erhalten, und wie spezielle Inkontinenzprodukte Ihre Lebensqualität verbessern können.

Nehmen Sie am Leben teil: Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte, verlassen Sie das Haus, unternehmen Sie etwas. Inkontinenzeinlagen oder Inkontinenzhosen (Neudeutsch Inkontinenz-Pants) können Ihnen die ständige Sorge im Hinterkopf nehmen, die Umwelt könne womöglich etwas bemerken – und sie davon befreien, immerzu nach der nächsten Toilette Ausschau zu halten zu müssen.

Worauf Sie bei Inkontinenzprodukten achten sollten

Den meisten Betroffenen sind bei der Verwendung von Inkontinenzprodukten drei Aspekte wichtig:

1. Optimaler Auslaufschutz: Das Wichtigste für Ihr Wohlbefinden ist ein trockenes Hautgefühl. Inkontinenzeinlagen und Einweghosen (Pants) sollten deshalb auf den Bedarf des Betroffenen angepasst sein. Eine anatomische Passform und flüssigkeitsabweisende Innenbündchen bieten Tragekomfort und Sicherheit.


2. Die Haut spielt eine wichtige Rolle: Nicht alle Produkte sind gleich. Der Betroffene möchte im Idealfall gar nicht spüren, dass ein Inkontinenzprodukt angewendet wird. Hautirritationen sollten nicht entstehen und die Produkte sollten leicht zu wechseln sein.


3. Diskretion im Alltag: Wer unter Inkontinenz leidet, möchte selbst entscheiden, wem er sich mitteilt. Die Anwendung von Inkontinenzprodukten sollte im Alltag diskret möglich sein, finden 84% der deutschen Betroffenen, die Inkontinenzprodukte verwenden. Egal ob man sich einem Menschen anvertraut hat oder nicht, idealerweise bemerkt niemand, dass Einlagen oder Einweghosen angewendet werden. Darüber hinaus sollten Inkontinenzprodukte verwendet werden, die möglichen Uringeruch neutralisieren. Insbesondere der Griff zu Damenbinden als Ersatzprodukt kann unangenehme Gerüche zur Folge haben. (Lesen Sie hier mehr zu dem Thema)

Wir bei HARTMANN haben uns dieser Wünsche angenommen und bieten mit MoliCare® hochwertige Inkontinenzprodukte. Unser Produktfinder hilft Ihnen dabei, das für Sie passende Produkt auszuwählen.

Daten und Fakten zum Vorkommen von Inkontinenz

  • Eine Inkontinenz kann sowohl die Harn- als auch die Stuhlausscheidung betreffen. Die Harninkontinenz ist die verbreitetste Form.
  • Frauen sind häufiger von Blasenschwäche betroffen als Männer. Sie leiden oft unter Belastungsinkontinenz, also dem Verlust von Urin bei körperlicher Anstrengung – hier macht der weibliche Anteil ganze 70% aus.4
  • Männer aller Altersstufen sind hauptsächlich von der Dranginkontinenz betroffen. Bei älteren Männern ist die Form der Überlaufinkontinenz (Inkontinenz bei chronischer Harnretention) durch eine gutartige Vergrößerung der Prostata kein Einzelfall.
  • Bei Senioren über 65 Jahren gilt die Harninkontinenz als eine der häufigsten Begleiterscheinungen. In dieser Altersgruppe sind Frauen und Männer gleichermaßen betroffen.
  • Die starke Altersabhängigkeit erklärt die überdurchschnittlich hohen Zahlen in Senioren- und Pflegeheimen. Schätzungsweise haben 80% der Heimbewohner eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Inkontinenz.3
  • Leiden Betroffene zusätzlich an einer Demenzerkrankung, steigt diese Rate auf über 90% an.3
  • Durch die zunehmende Lebenserwartung ist mit weiter steigenden Erkrankungszahlen zu rechnen.

Umso wichtiger ist es, das richtige Inkontinenzprodukt zu finden. Nutzen Sie jetzt den Produktfinder und testen Sie die vorgeschlagenen Produkte kostenlos:

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Quellen:

1https://www.kontinenz-gesellschaft.de/fileadmin/user_content/startseite/patienten/krankheiten_therapien/harninkontinenz/DKG_H-uS_07-19.pdfS.1

2www.breaking-the-silence.de


PAUL HARTMANN AG & Edelman Intelligence: "Eine europäische Studie zum Leben mit Inkontinenz", Februar 2019, n=2,311 Personen mindesten 45 Jahre alt, die an Harninkontinenz leiden. Die Studie wurde durchgeführt in Deutschland (n=505), Frankreich (n=502), Tschechische Republik (n=502), Spanien (n=502) und Schweiz (n=300)

3https://www.hartmann.info/de-de/pflegedienst/2020-2/2/index.html

4https://www.lifeline.de/krankheiten/inkontinenz-blasenschwaeche-id51056.html#quality

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