Sport

Sport bei Inkontinenz – so haben Sie Spaß bei sportlichen Aktivitäten

Sport und Inkontinenz passen sehr wohl zusammen. Welche Sportarten sich bei Blasenschwäche besonders eignen, erfahren Sie in diesem Artikel

von MoliCare® Redaktion
Eine Frau mit Inkontinenz stärkt ihren Beckenboden mit Fahrrad fahren
Eine Frau mit Inkontinenz stärkt ihren Beckenboden mit Fahrrad fahren (Bildquelle: Getty Images)

Sport bei Inkontinenz? Ja, unbedingt!

Regelmäßige Bewegungseinheiten steigern die Fitness, wirken sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus und sorgen für eine Extraportion gute Laune. Grundsätzlich lassen sich Inkontinenz und Sport gut vereinbaren. Allerdings fühlen sich manche Sportarten bei Blasenschwäche besser an als andere.

Sie können sich sogar positiv auswirken und Beschwerden lindern oder vorbeugen. Körperliche Aktivität steigert nicht nur das Wohlbefinden, sondern lässt auch überflüssige Pfunde purzeln. Und weniger Gewicht auf der Waage bedeutet weniger Druck auf die Blase.

Welche Sportarten bei Inkontinenz?

Bestimmte Sportarten eignen sich sogar hervorragend, um den Beckenboden zu trainieren und so auf sportliche Weise die Körpermitte zu stärken und unkontrolliertem Wasserlassen entgegenzuwirken. Für welche Trainingsmethode Sie sich auch entscheiden, wichtig ist, dass sie Ihnen guttut und Sie Spaß daran haben.

Diese sportlichen Aktivitäten stärken und entlasten den Beckenboden auf natürliche Weise:

  • Gymnastik
  • Moderates Joggen, schnelles Gehen
  • Pilates
  • Fahrrad fahren
  • Schwimmen
  • Yoga
  • Hula Hoop
  • Walken
  • Wandern

Weniger förderlich bei Blasenschwäche sind Trainingsmethoden mit hoher Aufprallbelastung und abrupten Bewegungen, die den Beckenboden und die Blase zusätzlich belasten. Hierzu zählen unter anderem unterschiedliche Ballsportarten wie Basketball, Fußball oder Volleyball, sowie Leichtathletik, Tennis oder Trampolinspringen.

Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz) und Sport

Belastungsinkontinenz ist ein wichtiges Thema im Zusammenhang zwischen Blasenschwäche und Sport. Ursache hierfür ist häufig ein schwaches/geschwächtes Bindegewebe im Beckenbodenbereich. Der Grund: Besonders bei körperlicher Belastung wie etwa beim Husten, Niesen, Lachen oder beim Sport kommt es häufig zu ungewolltem Verlust von dem einen oder anderen Tropfen Urin. Zu den häufigsten Ursachen bei Frauen zählen Hormonschwankungen, Schwangerschaft oder der Geburtsvorgang selbst. Bei Männern ist eine der häufigsten Ursachen eine Prostata-OP.

Stichwort Belastungsinkontinenz

Natürlich ist auch Sport eine Form von körperlicher Anstrengung und kann eine mögliche Ursache für Belastungsinkontinenz sein, selbst wenn keine Blasenerkrankung vorliegt. Vor allem Sportarten wie Trampolinspringen, Joggen oder Ballsportarten, die mit ruckartigen Bewegungen oder hartem Untergrund verbunden sind, können eine Belastungsinkontinenz begünstigen.

Daher sollten Sie möglichst auf weichen Untergründen wie Rasen- oder Sandplätzen oder Waldboden trainieren. Sollten sie eine Sportart ausüben, die an einen harten Untergrund gebunden ist, können Sie mithilfe von Sportschuhen mit einer entsprechenden Dämpfung heftigen Aufprallbewegungen entgegenwirken. Tipp: Lassen Sie sich beim Schuhkauf professionell beraten.

Gezieltes Training für den Beckenboden

Eine solide Beckenbodenmuskulatur bietet der Harnblase den nötigen Halt und kann einer Blasenschwäche vorbeugen. Durch gezieltes Training der Beckenbodenmuskulatur können Betroffene die Symptome einer bestehenden Blasenschwäche lindern und ihre Lebensqualität steigern. Und das Gute ist: Schon fünf bis zehn Minuten Trainingseinheiten pro Tag für den Beckenboden sorgen für spürbare Erfolge und lassen sich gut in den persönlichen Trainingsplan und den Alltag integrieren.

Sollten Sie anfänglich Probleme haben, die Beckenbodenmuskulatur anzuspannen, beginnen Sie mit gezielten Anspannungsübungen. Spannen Sie die Muskulatur an als wollten Sie bei Harndrang den Urin zurückhalten. Dann entspannen Sie die Muskulatur. Sobald Ihnen diese erste Übung erfolgreich gelingt, können Sie diese nach und nach in Ihr Trainingsprogramm integrieren. Besonders bei Trainingsarten wie Yoga oder Pilates sollten Sie versuchen den Beckenboden mit anzuspannen und ihn so aktiv zu trainieren.

Professionelle Beratung und Unterstützung

Um den richtigen Sport bei Inkontinenz zu finden und sicherzustellen, dass Sie langfristig Ihren Beckenboden richtig trainieren und schnell Fortschritte machen, empfiehlt es sich, dies mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ärztin zu besprechen. Denn dieser kann beurteilen, ob bestimmte Sportarten gut für Sie und vorteilhaft für den ganz persönlichen Grad der Inkontinenz sein können. Und gerade zu Beginn des Trainings empfiehlt sich professionelle Unterstützung von einem/r Physiotherapeuten/in.

Tipp: Ein vernünftiger Umgang mit diesem Thema ist enorm wichtig. Denn es kann schnell passieren, dass man sich zum Beispiel beim Training überschätzt oder sogar den falschen Sport ausübt. Und das kann ungewollt eine negative Belastung für Ihren Beckenboden zur Folge haben.

Spezielle Übungen für den Beckenboden für Frauen finden Sie hier.

Gezielte Übungen für den Beckenboden für Herren finden Sie hier.

Was entlastet außerdem die Blase beim Sport?

Sie sollten immer ausreichend trinken, auch oder besonders vor dem Training. Denn der bewusste Verzicht auf Flüssigkeit aus Angst vor Harndrang beim Training entlastet die Blase nicht. Im Gegenteil: Die Blase wird zusätzlich gereizt, da der Urin dadurch noch stärker konzentriert wird.

Wenn Sie trotz oder gerade wegen Blasenschwäche regelmäßig körperlich aktiv sind und dabei so viel Spaß wie möglich haben wollen, ist es wichtig, dass Sie sich auch während des Workouts auf ihren Schutz verlassen können. Für ein sicheres Gefühl und den nötigen Tragekomfort in meist eng am Körper anliegender Sportbekleidung empfehlen sich saugstarke Einlagen. Diese bieten einen sicheren und zugleich diskreten Schutz. Sie lassen sich dank eines breiten integrierten Klebestreifens ganz einfach in der Unterwäsche fixieren und bleiben so auch bei schweißtreibender Bewegung zuverlässig an ihrem Platz. Zudem ist der Wechsel unterwegs besonders unkompliziert möglich.


Quellen:

1https://www.hartmann.info/de-de/pflegedienst/2020-2/2/index.html

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