Ursachen

So verstärkt Übergewicht die Inkontinenz-Symptome

Studien belegen: Weniger Gewicht wirkt sich positiv auf den Körper und eine bestehende Inkontinenz aus. Denn besonders Bauchfett belastet die Blase und erhöht den Harndrang.

von MoliCare® Redaktion

So lindern Sie Symptome von Inkontinenz

Ein zu hohes Körpergewicht zählt bei Männern und Frauen zu den häufigsten Ursachen für eine Belastungsinkontinenz (auch Stressinkontinenz genannt)1. Dabei ist bewiesen, dass eine Gewichtsabnahme Betroffenen helfen kann, die Symptome von Harninkontinenz und auch Stuhlinkontinenz deutlich zu lindern oder sogar zu beseitigen.

Erfahren Sie jetzt mehr über die Ursachen dieses Zusammenhangs und was Sie tun können, um Körper und Blase zu entlasten.


Ursachen: So verschlimmert Fettleibigkeit die Symptome einer Blasenschwäche

Hat sich zu viel Körperfett angesammelt, belastet es die Funktionen und Abläufe im Körper. Bei Fett im Bauchbereich ist davon auch der Innenbereich des Bauchraumes betroffen. Dieses innere Fett übt einen erhöhten Druck auf die Organe samt Blase aus.

Dem Druck im inneren Bauchraum wirkt die Muskelkraft im Beckenboden entgegen. Ist der Druck aber zu hoch, beispielsweise bei chronischem Husten oder Niesen oder bei körperlicher Anstrengung, können die Muskeln dem nicht mehr standhalten. Es kommt zu starkem Harndrang und möglicherweise unkontrolliertem Urinverlust. Daher verstärken sich die Beschwerden bei einer Blasenschwäche mit zunehmendem Gewicht.

Eine Schwangerschaft, hormonelle Veränderungen während der Menopause (Wechseljahre) und zunehmendes Alter schwächen die Beckenbodenmuskulatur zusätzlich. Deswegen ist die Blase erhöhtem Druck im Bauchinnenraum zunehmend ausgesetzt.

Doch es gibt gute Nachrichten: Sie können die Muskulatur im Beckenboden gezielt trainieren und damit den Druck des Körperfetts auf die Blase verringern!

Wie viel Gewicht ist zu viel?

Als Bewertungsmaß für das Körpergewicht wird häufig der Body-Mass-Index (BMI) genutzt. Von Übergewicht wird bei einem Body-Mass-Index von mehr als 25kg/m² gesprochen. Diesen Wert erreicht ein Erwachsener bei 170cm Körpergröße und einem Gewicht von 72kg. Bei mehr als 30kg/m² handelt es sich laut der Deutschen Adipositas-Gesellschaft um Adipositas Grad I bis III.2

Ihren BMI können Sie ganz einfach selbst berechnen:

Nehmen Sie hierzu einfach Ihre Körpergröße in Kilogramm und teilen Sie diese durch Ihre quadrierte Körpergröße in Metern. Sie erhalten einen Wert, der idealerweise bei Erwachsenen ab 20 Jahren in einer Spanne von 18,5 bis 24,9 liegt.3

Bei einer Körpergröße von 175 cm und einem Gewicht von 85 Kilogramm, würden Sie Ihren BMI folgendermaßen berechnen: 85 geteilt durch 1,75 x 1,75 = 27,8. Im Alter von 40 Jahren wären Sie damit leicht übergewichtig.

Ein Nachteil der BMI-Methode ist, dass sehr sportliche Menschen durch deutlich höhere Muskelmasse ein „zu hohes“ Gewicht haben, ohne tatsächlich das Risiko des Gewichts des inneren Bauchfetts auf die Blase zu erhöhen.

Neben dem Body-Mass-Index spielt aber auch das Fettverteilungsmuster am Körper eine wichtige Rolle. Eine Fettansammlung im Bauchbereich ist besonders gesundheitsschädlich und auch oft als Ursache von Inkontinenz auszumachen4. Mediziner/innen sprechen hier von viszeralem Fett. Ein erhöhtes Gesundheitsrisiko besteht für Frauen bereits ab ungefähr 88 Zentimeter Bauchumfang, für Männer ab 102 Zentimeter.

Behandlungsmöglichkeiten und Therapie durch die/den Ärztin/Arzt Ihres Vertrauens

Grundsätzlich sollte immer eine Ärztin oder ein Arzt nach körperlicher Untersuchung die individuellen Risiken abwägen, denn bei der Bewertung von Übergewicht kommen ständig neue Erkenntnisse hinzu. Der Arzt oder die Ärztin erteilt fachkundige Auskunft über die neuesten Ergebnisse und Behandlungsmethoden. Zum Beispiel ist es noch nicht so lange her, dass leichtes Übergewicht als gesundheitsfördernd bewertet wurde. Inzwischen ist diese Ansicht durch Studien größtenteils widerlegt worden.5

So hat beispielsweise eine Studie gezeigt, dass das Herz-Kreislauf-Risiko auch bereits bei einem Body-Mass-Index (BMI), der allgemein noch als gesund gilt, ansteigt.6 Je größer das Plus an Körperfett, desto schwerwiegender sind sowohl die gesundheitlichen Folgen als auch die Belastung für Ihre Blase.

Studie: Verbesserung der Inkontinenz durch Gewichtsreduktion

Einer Studie der University of California von 2009 zufolge, verringerte sich unfreiwilliger Verlust von Harn bei Frauen deutlich, wenn sie einige Kilos abnahmen:

GewichtsverlustUnkontrollierter Urinverlust
8 kg47 % weniger
1,5 kg28 % weniger

Die Forscher und Forscherinnen konnten in dieser großangelegten Studie zeigen, dass jedes abgenommene Kilogramm hilft, die Inkontinenz zu lindern.7

Allerdings gilt umgekehrt auch: Bei Gewichtszunahme verstärkt sich auch die Inkontinenz. Deshalb ist es erstrebenswert das Körpergewicht bestmöglich dem individuellen Normalgewicht anzupassen. Ihrer Gesundheit und Ihrer Blase zuliebe.

Abnehmen: mühsam, aber machbar

Abnehmen ist die wirkungsvollste, aber auch die mühsamste Methode, um etwas gegen Inkontinenz zu tun.8

Die wichtigsten Grundpfeiler sind bekannt:

Eine langsame Umstellung des Essverhaltens

Insgesamt sollte die Energieaufnahme durch Essen und Trinken geringer sein als die verbrauchte Energie. Das bedeutet, weniger Kalorien zu sich zu nehmen und mehr Kalorien zu verbrauchen. Infolgedessen reduziert der Körper sein Gewicht.

Begleitet durch Bewegung

Menschen, die beim Gehen eingeschränkt sind, können auch im Sitzen kleine Übungen absolvieren. Jede Art von Aktivsein ist hilfreich, sofern sie regelmäßig und dauerhaft durchgeführt wird. Allerdings ist Betroffenen einer Belastungsinkontinenz vom Joggen abzuraten, da die Erschütterungen beim schnelleren Laufen den unkontrollierten Harnverlust während der Aktivität verschlimmern.

Achten Sie darauf, sowohl die Ausdauer zu trainieren als auch Muskeln aufzubauen. Diese verbrauchen auch in Ruhephasen mehr Energie und unterstützen Sie dadurch ganz automatisch beim weiteren Abnehmen.

Allerdings ist jeder Körper anders und besonders bei bestimmten Erkrankungen wie Diabetes kommt nicht jede Form der Diät in Frage. Lassen Sie sich daher unbedingt von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt oder einem/r speziellen Ernährungsberater/in unterstützen. So stellen Sie auch sicher, dass der Gewichtsverlust nicht sogar zu Lasten Ihrer Gesundheit geht und Sie sich auf langanhaltende Erfolge freuen können.

Beckenbodentraining bei übergewichtsbedingter Inkontinenz

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Inkontinenz bei zu viel Körperfett zu behandeln. Neben der besten Methode – Abnehmen – kann auch gezieltes Beckenbodentraining helfen, die Muskulatur zu stärken, die die Blasenentleerung steuert. Die Muskulatur im Beckenboden kann dank Training dem erhöhten Druck im Bauchinnenraum wieder besser standhalten – selbst bei körperlicher Arbeit oder dem Heben schwerer Gegenstände.

Unterstützend kann hier die Elektrostimulation der Beckenbodenmuskulatur eingesetzt werden. Die Elektrostimulation wirkt aber nur, wenn der Beckenboden regelmäßig durch Gymnastik trainiert wird. Lassen Sie sich dazu am besten von einem Physiotherapeuten unterstützen und durch das Training führen.

Auch die medikamentöse Behandlung von Belastungsinkontinenz macht Fortschritte. Um eine mögliche Medikamenten-Einnahme zu prüfen, konsultieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Zudem gibt es viele weitere Formen von Inkontinenz, wie beispielsweise die Dranginkontinenz – oft spricht man hier auch von einer Reizblase – oder Reflexinkontinenz, die weniger stark in Zusammenhang mit Übergewicht stehen und eine andere bzw. zusätzliche Behandlung bedürfen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt berät Sie hierzu gerne.

Fazit: So wirken Sie den negativen Auswirkungen von Übergewicht auf Inkontinenz entgegen

Um die Belastungsinkontinenz zu lindern, sollte Übergewicht stark verringert werden. Auch Beckenbodentraining kann helfen, die Symptome zu mildern. Die Aussicht, das Problem der geschwächten Blasenkontrolle wieder in den Griff zu bekommen, kann ein wichtiger Anreiz sein.

Quellen:

1https://www.leading-medicine-guide.de/erkrankungen/urogenital/belastungsinkontinenz#topics

2 & 3https://adipositas-gesellschaft.de/bmi/

4https://www.aerzteblatt.de/archiv/216833/Harninkontinenz-Gewichtsabnahme-hilft

5https://academic.oup.com/eurheartj/article/39/17/1514/4937957

6https://dgk.org/daten/PA-Marx.pdf

7https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa0806375

8https://www.aerzteblatt.de/archiv/77029/Harninkontinenz-der-Frau

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